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Publikation - Im Einsatz für Menschen mit Diabetes mellitus

Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft am 30.11.2017 (Auszug)

Wenn es dunkel wird - warum Depressionen bei Diabetes ein massives Problem darstellen

In Deutschland sind 6,5 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, die meisten an Typ 2.
Davon leiden schätzungsweise 800.000 Menschen gleichzeitig an einer behandlungsbedürftigen Depression. “Depressionen kommen bei Menschen mit Diabetes damit doppelt so häufig vor wie in der Allgemeinbevölkerung”, sagt Professor Dr. Diplom-Psychologe Bernd Kulzer, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Psychologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Mit ernsten Folgen: Die
Betroffenen haben schlechtere Blutzuckerwerte und entwickeln häufiger gefäßbedingte Folgeerkrankungen etwa an Nieren, Augen und Füßen. Darüber hinaus ist die Suizidgefahr um 50 Prozent erhöht, vor allem bei jüngeren Männern mit Diabetes Typ 1. Betroffene sollten sich bei Warnzeichen psychologische Hilfe suchen, rät die DDG.
Dafür gibt es spezielle Expertise - zum Beispiel von Fachpsychologen Diabetes der DDG.
“ Depressiv erkrankte Menschen mit Diabetes können sich an jeden niedergelassenen Psychotherapeuten wenden”, ergänzt Dr. Andrea Benecke, Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).
“Depressionen bei Patienten mit Diabetes stellen ein massives und bislang unterschätztes Problem dar”, beton Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident und Pressesprecher der DDG. Auslöser einer begleitenden Depression sind häufig diabetesbezogene Belastungen. “Patienten mit Diabetes müssen jeden Tag Verantwortung für ihre Therapie übernehmen, ihre Blutzuckerwerte genau im Blick haben, Medikamente dosieren und einnehmen, Rückschläge verarbeiten”, erläutert Kulzer. “Dies kann besonders dann stressig und depressionsfördernd sein, wenn neben dem Diabetes noch andere Belastungen im Leben vorhanden sind, negative Erlebnisse wie Unterzuckerungen oder Folgeerkrankungen auftreten oder Menschen wenig Unterstützung im Umgang mit dem Diabetes erfahren.”
Darüber hinaus übt die Depression einen direkten negativen körperlichen Einfluss auf die Stoffwechselstörung aus. Grund: Die psychische Erkrankungen führt über eine Aktivierung der Hypophysen-Nebennieren-Achse zu einer Erhöhung entzündlicher Prozesse an den großen und kleinen Blutgefäßen. “Das wiederum fördert die Entstehung weiterer Folgeerkrankungen etwa an Nerven, Augen, Füßen oder Neren”, so Kulzer.
Die Folgeerkrankungen - dazu zählen vor allem Schlaganfall und Herzinfarkt - tragen maßgeblich dazu bei, das Sterblichkeitsrisiko bei Menschen mit Diabetes und Depression zu verdoppeln. Ein weiterer Faktor ist die erhöhte Suizidrate. “Wir müssen leider feststellen, dass das Suizidrisiko höher liegt als bei depressiven Menschen ohne Diabetes”, so Kulzer.
Die Hälfte aller Depressionen bei Diabetes wird nicht erkannt. “Die Diagnose wird viel zu selten gestellt”, so Kulzer. Patienten sollten daher auf entsprechende Warnzeichen achten. “Wenn die Therapie zur Last wird und mehr Energie als bisher kostet, ist das ein Alarmsignal”, erklärt der Psychologie.
Im Zuge einer Psychotherapie stärken die Experten unter anderem die Ressourcen der Diabetespatienten, ermöglichen Erfolgserlebnisse oder finden tiefer liegende negative Muster, die der Diabetesbehandlung im Wege stehen und bearbeitet werden müssen.
“Ziel einer Therapie ist eine gefestigte psychische Verfassung, die eine Rückkehr zu einem verlässlichen Selbstmanagement des Diabetes ermöglicht, was sich wiederum in einem stabilen HbA1c ausdrückt”, erläutert Andrea Benecke.
Wer sich depressiv fühlt, kann zunächst einen Kurztest de WHO machen:
www.diabetes-psychologie.de
Die DDG führt eine Liste aller “Fachpsychologen Diabetes DDG”, die eine spezielle diabetologische Weiterbildung erhalten haben: www.diabetes-psychologie.de

Highlight der 11. Diabetes Herbsttagung und des Hypertonie-Kongresses am 10. und 11. November 2017 in Berlin

Zum ersten Mal fand ein gemeinsamer Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Hypertoniegesellschaft statt. Beide Volkskrankheiten müssen einen wesentlichen Schwerpunkt auf die Prävention richten.

Highlights der gemeinsamen Sitzung ist die Präsentation  der neuen oralen Antidiabetika mit blutdrucksenkender und nierenschützender Wirkung, die das kardiovaskuläre Risiko erheblich reduzieren.

Bluthochdruck führt häufig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rund 50 Prozent der Schlaganfälle und Herzinfarkte gehen darauf zurück. Eine rechtzeitige und effektive Behandlung des Bluthochdrucks mit einer Senkung um nur wenige Millimeter Hg kann das Risiko für diese Folgeerkrankungen wesentlich verringern.

Richtig Blutdruck messen - so geht es:

Immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen.

Die Messung sollte erst nach fünf Minuten ruhigen Sitzens im entspannten Zustand stattfinden.

Die Umgebung sollte ruhig sein, Beine nicht überkreuzen.

Den zu messenden Arm auf den Tisch legen.

Der Unterrand der Blutdruckmanschette eines Oberarmmessgeräts sollte 2,5 cm über der

Ellenbeuge enden (Manschette in Herzhöhe). Auf die richtige Größe der Blutdruckmanschette ist dabei zu achten: Ist sie zu klein wird ein zu hoher Blutdruckwert ermittelt.

Bei der Messung mit einem Handgelenkblutdruckmessgerät ist unbedingt darauf zu achten,

dass sich die Messmanschette in Herzhöhe befindet.

Sind die Blutdruckwerte an beiden Armen unterschiedlich, gilt der höhere Blutdruckwert.

Wiederholungsmessungen sollten frühestens nach einer halben Minute stattfinden. Empfohlen werden zwei Messungen hintereinander, wobei der zweite, in der Regel niedrigere Wert zählt.

Bei Herzrhythmusstörungen ist zu prüfen, ob das eingesetzte Gerät verlässliche Werte liefert und daher verwendet werden kann.

Es sollten nur validierte Blutdruckmessgeräte zum Einsatz kommen. Empfohlen werden vor allem Geräte, die das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga tragen.

Leitliniengerechte Zielwerte

Blutzuckerwert nüchtern: 100 bis 125 mg/dl (5,6 - 6,9 mmol/l)

Blutzucker 2 Stunden nach den Mahlzeiten: 140 - 199 mg/dl (7,8 - 11,0 mmol/l)

HbA1c-Wert: 6,5 bis 7,5 %

LDL-Cholesterin < 70 mg/dl (1,8 mmol/l)

Blutdruck: < 140/90 mmHg

Quelle: Diabetes aktuell, Heft 7/November 2017

Vielen Dank an unsere Patientenvertreter im GBA

Vielen Dank an unsere Patientenvertreter im GBA

Der Deutsche Diabetiker Bund ist die einzige Selbsthilfeorganisation im Bereich Diabetes, die Patientenvertreter in den gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) entsendet.

Namentlich sind dieses die Berliner Rechtsanwältin Sabine Westermann und der ehemalige Bundesvorsitzende des DDB, Dieter Möhler.

Sabine Westermann ist an Typ I. Diabetes erkrankt und engagiert sich bereits seit vielen Jahren im DDB, so war sie u.a. bereits Schatzmeisterin des DDB Landesverbandes Berlin. Als Juristin betreibt sie eine eigene Anwaltskanzlei an der Karl-Marx-Straße in Berlin (www.ihr-gesundheitsrecht.de).

Neben dem Familienrecht widmet sich Sabine Westermann insbesondere dem Medizinrecht und hat sich hier auf das Thema Diabetes mellitus spezialisiert. Für viele Betroffene Diabetiker konnte sie vor den zuständigen Sozialgerichten CGM-Verordnungen juristisch erringen.

Der Meininger Dieter Möhler ist vielen sicherlich durch seine langjährige Tätigkeit als Bundesvorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes bekannt. Sein Bruder und er sind seit Kindesbeinen an Typ I.-Diabetes erkrankt und auch sein Sohn ist betroffen.

Gemeinsam mit seiner Frau betrieb er eine eigene Rechtsanwaltskanzlei in Thüringen. Sein fundiertes Wissen stellte er allen Hilfesuchenden im DDB Rechtsberatungsnetz stets gerne zur Verfügung.

Sabine Westermann und Dieter Möhler haben maßgeblichen Anteil an dem vom GBA am 16.06.2016 gefassten Beschluss, die Verordnungsfähigkeit von CGM-System zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse, herzustellen.

Der Deutsche Diabetiker Bund möchte sich auf diesem Wege bei seinen beiden Patientenvertretern im GBA ganz herzlich bedanken. Dieser Beschluss stellt einen Meilenstein in der Behandlung von Menschen mit Diabetes dar. Die in den vergangenen Monaten, ja sogar Jahren, erbrachten Aufopferungen und Mühen, um diesen Beschluss zu erreichen, haben sich gelohnt!

Nachruf Dr. Hermann Finck

Nachruf Dr. Hermann Finck

 

Dr. med. Hermann Finck, Ltd. Medizinaldirektor a.D., geboren am 22.10.1947, gestorben den 14.7.2016.

 

Tief betroffen mussten wir Kenntnis nehmen vom Tode unseres lieben Hermann Finck.

 

Der Tod hat ihn unerbittlich eingeholt. Den, dessen Leben geprägt war von fruchtbarem Schaffen für die medizinischen und sozialen Belange aller Diabetiker in Deutschland. Was hat er geleistet! Wir kennen keinen sozialmedizinischen Bereich im Zusammenhang mit der Erkrankung Diabetes, der nicht durch seine scharfsinnigen Kenntnisse und entwickelten Lösungsansätze wesentlich verbessert worden wäre.

 

Hier war es ein Glücksfall, dass er parallel zu seiner Tätigkeit als Mitglied des Ausschusses Soziales der Deutschen Diabetes Gesellschaft, auch über die Grenzen der Aufopferung hinaus, seine Fähigkeiten der Patientenorganisation Deutscher Diabetiker Bund e.V. zur Verfügung gestellt hat, hier als langjähriges Vorstandsmitglied und Mitglied des Ausschusses Diabetes und Soziales.

 

Seine Ehrungen mit der Katsch-Medaille 2012 und mit der Erstverleihung der Ehrenmedaille des Deutschen Diabetiker Bundes zum Weltdiabetestag 2014 decken seine Verdienste um die Menschen nicht anährend ab.

 

Sie können nicht Dank genug sein, an einen, der Mensch und Lebensmensch war und für sich in Anspruch nehmen kann, in bescheidener Ruhe und Klarheit seine Arbeitsgebiete zum Wohl der Patienten klar und methodisch geordnet und überzeugend dargetan zu haben. Stets war er der Ansprechpartner für die Patienten.

 

Viele von uns, vor allem auch in den Bundesvorständen und Gremien, hatten das Glück mit ihm zusammenzuarbeiten und von ihm lernen zu dürfen. Danke, lieber Hermann Finck!

 

Wir halten ihn in Erinnerung, wie er in den schönen Stunden seines Lebens bei uns war. Unsere guten Gedanken begleiten seine Familie in dieser schweren Zeit.

 

Der Bundesvorstand des DDB, auch im Namen der treu verbundenen Landesverbände und Einzelmitglieder

Pressemeldung des GBA zum CGM-Beschluss

CGM - Der Mythos IST wahr!!

CGM - Der Mythos IST wahr!!

Die Entscheidung ist gefallen...

Pumpenträger und Diabetiker mit ICT können CGM erhalten (auch Typ 2 mit ICT)

Nicht nur Hypoglykämien sind Voraussetzung, sondern das nicht Erreichen von Therapiezielen, die von Arzt und Patient festgelegt wurden.

Wir danken den Angehörigen des GBA auf Seiten der kassenärztlichen Bundesvereinigung, des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung, der Patientenbeteiligung, hier insbesondere unseren Vertretern des DDB Sabine Westermann und Dieter Möhler für die hervorragende Arbeit!

25.Jahre DDB Landesverband Brandenburg!

25.Jahre DDB Landesverband Brandenburg!
Der Deutsche Diabetiker Bund gratuliert seinem Landesverband Brandenburg, der heute sein 25.jähriges Bestehen feiert.
Wir wünschen Euch eine schöne Feier und freuen uns bereits auf die nächsten Jahre erfolgreiche Arbeit zum Wohle der Diabetiker in Brandenburg.

DDB zu Gast bei der Arbeitsgruppe „Gesundheit“ der SPD Bundestagsfraktion

Auf Einladung der Arbeitsgruppe „Gesundheit“ der SPD Bundestagsfraktion kamen in Berlin Vertreter fast aller in Deutschland tätigen Diabetes Organisationen zusammen. Selbstverständlich zählte auch hierzu der Deutsche Diabetiker Bund.

Insbesondere wurde mit den anwesenden Politikern Verbesserungsvorschläge zum Präventionsgesetz und zum Nationalen Diabetesplan diskutiert.

Auch die Änderung der Kriterien der Studienerhebung, um die Patientenrealität besser abzubilden wurde angesprochen, so z.B. auch das Thema Zuzahlungsbefreiung für von Armut bedrohte Personen (Hartz IV, Rentner mit kleiner Rente und Alleinerziehende ...).

Ebenso wurde ausgiebig über die DMP´s diskutiert. Welcher Stand konnte seit Einführung erreicht werden, was soll noch kommen, wie ist die Umsetzung in Deutschland?

DDB informiert sich auf der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft

Auf Einladung der DDG waren auch 2016 wieder Vertreter des Deutschen Diabetiker Bundes beim größten deutschen Diabetes Kongress in Berlin mit von der Partie. Es gab eine Menge Neues zu entdecken, interessanten Vorträgen zu lauschen und Gespräche zu führen. Insbesondere der rege Austausch mit der nationalen Diabetes Szene stand im Mittelpunkt der Aktivitäten.

So konnten z.B. tolle Gespräche mit den großen Anbietern von CGM-Systemen in Deutschland geführt werden, welche letztendlich dazu führten, dass den Teilnehmern des DDB-Familienwochenende, welches in der Zeit vom 10. Juni bis 12. Juni 2016 in Olpe stattfindet (noch sind einige Plätze frei, jetzt gleich hier anmelden!), je ein CGM-System kostenlos zur Probe zur Verfügung gestellt wird. Bei diesem Probetragen wird man die Technik persönlich kennen lernen können und schauen, wie sich die eigenen Werte auch außerhalb der Blutzuckermessung verhalten.

Ebenfalls wurde selbstverständlich auch der Stand des Hilfswerkes für jugendliche Diabetiker besucht, dessen Hauptgesellschafter der DDB ist. Mit seinen Einrichtungen in Apolda und Lüdenscheid ist das Hilfswerk inzwischen ein wichtiger Bestandteil in der Betreuung jugendlicher Diabetiker in Deutschland.

Positiv wurde seitens des DDB aufgenommen, dass nach einigen Jahren Durststrecke, wieder vermehrt neue Produkte für Blinde und Sehbehinderte Menschen mit Diabetes auf den Markt kommen. Innovative Techniken der Mobiltelefone eröffnet hier ganz neue Möglichkeiten.

Generell nehmen Handys einen immer wichtigeren Platz auch im Leben der Diabetiker ein. Etliche Apps rund um das Thema Diabetes drängen auf den Markt. So ist es bereits Möglich, seine Blutzucker oder auch die CGM-Werte vom Mobiltelefon abzulesen. Diese Werte können dann auch für Dritte freigegeben werden, s.d. zum Beispiel Eltern zu jeder Zeit die Werte ihrer an Diabetes erkrankten Schützlinge verfolgen können.

Ein neues System der kontinuierlichen Glukosemessung konnte Roche vorstellen. Hierbei soll ein Sensor in den Oberarm implantiert werden und verlässliche CGM Werte liefern. Wann die Markteinführung dieses Systems sein wird, dass zunächst nur bei Erwachsenen angewendet werden soll, steht noch nicht fest.

Generell konnte der DDB während der vier Kongresstage in Berlin wieder viel Werbung in eigener Sache machen. Überall wurde man positiv aufgenommen und konnte viele gute Gespräche mit Diabetologen, Diabetesberatern und Pharmaunternehmen führen. Insbesondere wurden auch viele Unterstützer des DDB-Weltdiabetestages gewonnen, der in diesem Jahr am 19.11. im FSB-Bildungszentrum in Berlin stattfindet.