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Lexikon

Diabetes-Lexikon

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Alphabetische Reihenfolge nach Schlagworten
Schlagwort Erklärung
Acarbose ein Medikament für Typ-2-Diabetiker, verlangsamt die Aufnahme von Glukose durch die Dünndarmwand; verhindert so, dass der Blutzucker nach dem Essen schnell und hoch ansteigt
Adipositas Fettsucht, Fettleibigkeit; die Menge an Körperfett ist hier abnormal und übermäßig erhöht; wesentlicher Risikofaktor für Typ-2-Diabetiker
Albuminurie mit dem Urin wird vermehrt Albumin (ein Eiweißmolekül) ausgeschieden; Anzeichen einer Nierenschädigung oder Nephropathie
Angiopathie Oberbegriff für Schädigungen der Gefäße wie Arterien, Venen und Kapillaren
Antidiabetika Medikamente zur Behandlung des Diabetes mellitus: Insulin, das nur als Spritze verabreicht werden kann und Orale Antidiabetika (Tabletten)
Arteriosklerose Durchblutungsstörung durch Verkalkung und Verengung der großen Blutgefäße Makroangiopathie, oft Folge des Diabetes mellitus
Aspartam Süßstoff
   
Ballaststoffe Nahrungsmittel mit pflanzlichen Fasern, z.B. Vollkornbrot, Kohlarten und Hülsenfrüchte; sie sättigen besser, erleichtern das Abnehmen und fördern die Verdauung
Bauchspeicheldrüse Pankreas , liegt hinter dem unteren Teil des Magens und hat etwa die Größe einer Hand; hier wird Insulin produziert und ans Blut abgegeben
Betazellen auch B-Zellen; die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren
Biguanide Tabletten, die den Blutzucker senken können, z.B. Metformin
Blutzucker Zucker ( Glukose ) ist eine Lebensnotwendige Nahrung für die Zellen; mit Hilfe des Hormons Insulin können die Zellen den Zucker aus dem Blut aufnehmen; produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin, bleibt der Zucker im Blut, ein Teil wird über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden
BMI Body Mass Index; Körpermassenindex mit dem man das Körpergewicht beurteilen kann; Werte unter 19 sind zu niedrig, Werte über 25 zu hoch; BMI = Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch (Körperlänge in m2 )
Brennwert Kalorien , Energiegehalt der Kohlenhydrate
Broteinheit (BE) Kohlenhydrate werden für die Diabetes-Diät in Broteinheiten (BE) umgerechnet: 1 BE entspricht 10 - 12 g Kohlenhydrate
   
Cholesterin ein Fett , das zur Angiopathie bzw. Arteriosklerose führen kann; bei Diabetes mellitus tritt durch Mangel an Insulin vermehrt Cholesterin ins Blut über und verengt die Arterien
Cyclamat Süßstoff
   
DCCT Diabetes Control and Complications Trial; die bisher größte Langzeitstudie (10 Jahre) zum Typ-1-Diabetes ; die Ergebnisse wurden 1993 in den USA veröffentlicht
Diabetes Journal auflagenstärkste Fachzeitschrift  zum  Thema " Diabetes mellitus", gleichzeitig das offizielle Organ des Deutschen Diabetiker Bundes und der Deutschen Diabetes-Union
Diabetes mellitus Diabetes steht für Durchfluß, mellitus für honigsüß (aus dem Griechischen); im Alltagsgebrauch meint man die Zuckerkrankheit
Diabetische Polyneuropathie Nervenstörungen aufgrund von Diabetes, z. B. der diabetische Fuß ; bei dauernd schlechter Blutzuckereinstellung werden die Zellwand, später auch die kleinsten Gefäße, die die Nerven versorgen, geschädigt
Diabetischer Fuß häufigste Nervenschädigung bei Diabetikern, in den Füßen und Unterschenkeln; mit Geschwüren und/oder abgestorbenem Gewebe
Diät Diät ist der erste Behandlungsschritt bei Typ-2-Diabetes ; Ziele der Diät sind die Gewichtsabnahme und eine bessere Verteilung der Zufuhr von Kohlehydraten
   
Eiweiß die Energie aus unserer Nahrung erhalten wir durch Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß; nur in Ausnahmefällen, z.B. bei stark übergewichtigen Diabetikern, ist das Eiweiß auch als Broteinheit zu berechnen; Milchprodukte, Fleisch, Wurst und Fisch enthalten viel Eiweiß, aber immer zusammen mit Fett ; deshalb sollten von diesen Nahrungsmittel nur fettarme Sorten ausgewählt werden
   
Fette Fette aus unserer Nahrung enthält besonders viele Kalorien; Typ-2-Diabetiker sollten sich fettarm ernähren, wobei auch auf die versteckten Fette in Milchprodukten, Wurst und Fleisch zu achten ist; man unterscheidet "gesättigte" und "ungesättigte" Fette; gesättigte Fette sind in tierischer Nahrung und in pflanzlichen Hartfetten enthalten; sie erhöhen das Cholesterin im Blut; ungesättigte Fette aus Pflanzenölen lassen den Cholesterinspiegel unbeeinflusst oder senken ihn
Fructose Zuckeraustauschstoff
   
Gangrän absterben des Gewebes, z.B. an den Zehen; bei Diabetes mellitus ist sie eine Folge der Arteriosklerose und der Mikroangiopathie
Gestationsdiabetes Schwangerschaftsdiabetes; 1 bis 5% der Schwangeren haben erhöhte Blutzuckerwerte während der Schwangerschaft, die danach wieder verschwinden
Gestörte Glukosetoleranz erhöhte Blutzuckerwerte unter besonderen Belastungsbedingungen; wenn nach einem Glukosetoleranztest die Blutzuckerwerte höher liegen als bei Nichtdiabetikern, aber unterhalb der Werte von Diabetikern
Gesundheits-Pass
Diabetes
Vorsorgeprogramm für Diabetiker im Passformat; hilft dem Arzt und dem Passbesitzer zu erkennen, wann welche Untersuchungen (Augen, Füße, Herz etc.) gemacht werden müssen, und Ergebnisse genau und übersichtlich zu dokumentieren; herausgegeben und empfohlen von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
Glibenclamid ein Antidiabetikum aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe
Glukose Traubenzucker, der aus den Kohlenhydraten gebildet wird, wird bei der Blutzuckerbestimmung gemessen
   
Harnzuckertest Teststreifen, mit denen Diabetiker den Zuckergehalt des Urins bestimmen können
HbA 1c-Wert Hämoglobin A1c; gibt die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der letzten 8 bis 10 Wochen am; eine Art Blutzuckerlangzeitgedächtnis des Körpers
Hyperglykämie erhöhter Zuckergehalt des Blutes
Hyperinsulinämie erhöhte Insulin -Werte durch zu hohe Produktion des Pankreas
Hyperlipidämie erhöhter Fettgehalt des Blutes, ein Risikofaktor für Herzerkrankungen und Arteriosklerose , häufig bei Diabetikern
Hypertonie hoher Blutdruck, ein Teil des Metabolischen Syndroms bei Typ-2-Diabetiker
Hypoglykämie Unterzucker; wenn die Werte unter 50 mg/dl liegen
   
ICT intensivierte Insulintherapie; Grundlage ist hier langwirksames (Verzögerungs-) Insulin , zu welchen zusätzlich kurzwirksames (Alt-, Normal-) Insulin, zu den Mahlzeiten gespritzt wird; es sind mehrere Insulininjektionen und mehrere Blutzuckertests pro Tag notwendig
Insuffizienz ungenügende Funktion, z.B. der Nieren ( Nephropathie ), eine häufige Folgekrankheit bei Diabetes mellitus
Insulin Hormon der Bauchspeicheldrüse, das dem Körper hilft, Glukose zu verwerten; "Schlüssel", um Glukose in die Körperzellen einzuschleusen, damit diese daraus Energie gewinnen können
Insulinpumpentherapie kontinuierliche subkutane Insulininfusion (CSII); (Normal-) Insulin, wird ständig mit einer Pumpe zugeführt
Insulinresistenz die Körperzellen (Muskel- und Fettzellen) reagieren zu wenig bis gar nicht auf Insulin, sie sind insulinresistent
Isomalt Zuckeraustauschstoff
   
Joule Brennwert , anderer Begriff für Kalorien (1 Kalorie = ca. 4 Joule)
   
Kalorien Brennwert bzw. Energiegehalt der Nahrung
Ketoazidose schwere Stoffwechselentgleisung bei Insulinmangel; Patienten mit einer Ketoazidose haben unter anderem sehr hohe Blutzucker werte, und das Blut ist übersäuert
Ketonkörper sie entstehen, wenn Fettzellen im Körper abgebaut werden (Abfallprodukte des Fettabbaus) und übersäuern das Blut
Kohlenhydrate auch KH; energieliefernde Nahrungsbestandteile, die bei der Verdauung zu Zucker abgebaut werden und den Blutzucker erhöhen; in einer gesunden Ernährung sollten mindestens 50% der Tages kalorien ausmachen
Konventionelle Insulintherapie starres Konzept mit zwei Spritzen Mischinsulin täglich; es ist festgelegt, wann und wie viele Kohlenhydrate gegessen werden
Koronare Herzkrankheit Erkrankung des Herzens, wenn die Herzgefäße verengt sind und die Herzmuskulatur nur ausreichend durchblutet wird
KV Kassenärztliche Vereinigung (-en); sollen u.a. sicherstellen, dass Versicherte ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich von Vertragsärzten versorgt werden; nehmen auch die Rechte der Vertragsärzte gegenüber den Krankenkassen wahr und verhandeln mit Kassen über Gesamtverträge
   
Laktat Milchsäure, Abbauprodukt im Muskelstoffwechsel aus Glukose
Laktatazidose gefährlich erhöhte Milchsäurewerte im Muskelgewebe, die z.B. bei Nieren- oder Lebererkrankungen auftreten können; bei Typ-2-Diabetes kann die Laktatazidose auch eine Nebenwirkung der Therapie mit einem Biguanid sein, bei Metformin, dem einzigen in Deutschland zugelassenen Biguanid, ist diese Nebenwirkung sehr selten
LDL Low Density Lipoproteine; teil des Cholesterins mit gefäßschädiger Wirkung
Leptin Das Protein Leptin (gr. Leptos= dünn) reguliert den Fettabbau und zügelt den Appetit: Sobald es in die Blutbahn gelangt, signalisiert es dem Zentralnerven- system die Menge des gespeicherten Fettes, indem es an die entsprechenden Rezeptoren im Hypothalamus andockt
   
Makroangiopathie Verengung größerer Arterien, die zur Arteriosklerose führen kann
Metabolisches Syndrom gemeinsames Auftreten von Adipositas, erhöhten Blutfetten ( Triglyceride ), erhöhtem Blutdruck ( Hypertonie ) und Typ-2-Diabetes ; erhöht das Risiko für Gefäßschäden
Metformin Wirkstoff aus der Gruppe der Biguanide ; senkt erhöhte Blutzuckerspiegel, indem er u.a. den Übertritt von Glukose in die Zelle erleichtert
mg/dl Milligramm pro Deziliter; (gängige) Maßeinheit für den Blutzuckerspiegel
Mikroangiopathie Verengung kleiner Arterien, die zur Schädigung der Augen (Retinopathie) und der Nieren (Nephropathie) führen kann; Angiopathien sind ein großes Risiko bei Diabetes mellitus
mmol/l Millimol pro Liter; ebenfalls Maßeinheit für den Blutzucker (wird insgesamt von weniger Deutschen verwendet)
Monotherapie die Behandlung mit nur einem Medikament bzw. nur einer Substanz
   
Neohesperidin Süßstoff
Nephropathie Nierenerkrankung; die Nieren funktionieren nicht mehr richtig bis hin zum Nierenversagen; häufig Folgeerkrankung bei Diabetikern
Neuropathie Nervenerkrankung/-schädigung; häufige Folgerkrankung bei Diabetikern; fortgeschritten: diabetische Polyneuropathie
Nüchternblutzucker der Blutzucker wert am Morgen, bevor man etwas gegessen hat; Werte über 126 mg/dl (gemessen im venösen Blut) bzw. über 110 mg/dl (gemessen z.B. im Blut der Fingerbeere) zeigen nach neuesten Kriterien einen Diabetes an
   
Orale Antidiabetika Oberbegriff für die Gruppe der blutzuckersenkenden Tabletten mit z.B. Acarbose , Metformin oder Sulfonylharnstoff
   
Pankreas Bauchspeicheldrüse
Podologe Von fast jedem Körperteil kündet eine Lehre: die Kardiologie vom Herzen, die Neurologie von den Nerven. Podologen sind für die Lehre der Füße zuständig. Das Wort stammt vom griechischen Wort "pos" für Fuß. Podologen können durch ihre Behandlung jährlich Tausende vor einer Amputation bewahren
Polyneuropathie Oberbergriff für verschiedene Nervenerkrankungen ( Neuropathien )
   
Retinopathie Netzhauterkrankung, häufige Folgeerkrankung bei Diabetikern; Sehver- mögen kann beeinträchtigt werden bis hin zur Blindheit; fortgeschrittenes Stadium mit Gefäßneubildung (= Proliferation) am Augenhintergrund: proliferative Retinopathie
   
Saccharin Süßstoff
Sankt-Vincent-Deklaration plakative Forderungen, die im Jahr 1989 nach einer europäischen Konferenz in St. Vicente/Italien (Leitung: WHO und IDF) erhoben wurden; u.a. sollten innerhalb von 5 Jahren diabetesbedingte Erblindungen; Amputationen, Nierenversagen deutlich gesengt werden
Sorbit Zuckeraustauschstoff
Subkutan "Unter die Haut" werden z.B. die Spritzen mit Insulin gesetzt
"subkutan" Mitgliederzeitschrift der Landesverbände Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Thüringen und des BundesVerband Insulinpumpenträger im Deutschen Diabetiker Bund
Sulfonylharnstoffe die bei Typ-2-Diabetikern am häufigsten verwendete Medikamenten- gruppe; sie wirken vor allem an den Betazellen der Bauchspeicheldrüse und sorgen dafür, dass mehr Insulin ausgeschüttet wird
Süßstoffe kalorienfreie Zuckerersatzstoffe wie Saccharin, Cyclamat, Aspartam, Thaumatin und Neohesperidin
Syndrom X gleichzeitig auftretende Krankheitszeichen, anderer Begriff für das Metabolische Syndrom
   
Thaumatin Süßstoff
Triglyceride bestimmte Form der Blutfette, die entweder im Körper gebildet oder durch die Nahrung aufgenommen werden; erhöhte Werte sind häufig ein Zeichen für einen schlecht eingestellten Diabetes, aber auch für ausgeprägtes Übergewicht
Typ-1-Diabetes der Insulinmageldiabetes; Betroffene produzieren viel zu wenig oder gar kein Insulin und müssen sich daher mehrmals täglich Insulin spritzen
Typ-2-Diabetes Betroffene produzieren anfangs genug Insulin, es wirkt aber nicht mehr richtig; der Blutzucker steigt nach Essen stark an
   
UKPDS United Kingdom Prospective Diabetes Study; die bisher größte Langzeitstudie (20 Jahre) zum Typ-2-Diabetes ; die Ergebnisse wurden 1998 in Barcelona veröffentlicht
Urinstatus verschiedene im Labor ermittelten Werte aus dem Urin, mit denen z.B. auch eine Insuffizienz der Nieren festgestellt werden kann
   
Xylit Zuckeraustauschstoff
   
Zuckeraustauschstoffe Fruchtzucker hat ein Energiegehalt von 4 kcal/g und sollte im Hinblick auf Kohlenhydrate angerechnet werden; für Zuckeralkohole gelten 2,4 kcal/g

 

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