Zur Navigation springenZum Inhalt springenZur Zweitnavigation springenZur Suche springen
Zweitnavigation
Gesundheitspolitik | Service | Termine | Kids | Presse Dritte | Literatur | Reise | Links | Selbstverpflichtung

Schriftfarbe ändern:
invertieren zurücksetzen

zurück zur Rubrik
Reise » Reiseerfahrungen »
Sie befinden sich in der Rubrik
Sri Lanka

Sri Lanka - Insel zum Träumen

Aufgeregt standen wir im Januar 1995 in Winterklamotten am Flughafen Berlin Schönefeld und warteten auf unseren Flug in die Sonne. Diesmal sollte es nach Sri Lanka gehen, der "Perle im Indischen Ozean". Als tablettenpflichtige Typ 2 Diabetikerin hatte ich keine Bedenken, meinen Urlaub hier zu verbringen. Medikamente hatte ich dabei, die notwendigen Impfungen waren erfolgt. Mein Arzt hatte mich wiederholt ermahnt, dass Diät und Bewegung das A und O beim Typ-2- Diabetes wären, und das wollte ich befolgen.

Nach endlosen Stunden waren wir endlich in Colombo gelandet. Ein Bus fuhr uns dann nach Beruwela im Süden der Insel. Der Linksverkehr war aufregend und der Krach in den Straßen, wenn wir durch kleine Orte fuhren, war recht ungewöhnlich. Das Meer war zwischen Palmen zu sehen - wir waren so richtig in Ferienstimmung.

Die 70 km-Fahrt zu unserem Ferienort dauerte erstaunlicherweise fast 3 Stunden. Aber vor lauter Gucken verging diese Zeit sehr schnell. Endlich erreichten wir unsere Pension. Im Innenhof standen Hütten der Händler vor Palmen am Strand von Beruwela riesige blühende Hibiscus-Sträucher, Bougainvillea und Palmen. In unserem hübschen Zimmer surrte ein Ventilator an der Decke. Als erstes verschwanden unsere Wintersachen im Schrank, dann ging es nach dem Duschen in Sommerkleidung daran, die Umgebung zu erkunden.

Gleich hinter dem Garten der Pension lag der Strand vor uns. Ein kleines Cafe, das zu unserer Pension gehörte, lud zum Drink unter Schirmen ein. Es war sehr idyllisch. Wir machten erst einmal einen Strandspaziergang. Am Ufer lagen Fischerkähne, Palmen wiegten sich im Wind. Die Brandung toste. Das Wasser hatte ca. 30 Grad.

Kleine Hütten, die als Schneiderwerkstätten, Holzschnitzereien und Juweliergeschäfte dienten, warteten auf Kundschaft. Ich kaufte praktische Batik-Strandtücher, die über dem Badeanzug um den Körper gewickelt gerade das richtige Kleidungsstück bei einer Hitze von 40 Grad waren. Es war herrlich, wir durften nur nicht vergessen, fleißig unsere Sonnencreme zu benutzen.

Gegen 18.20 Uhr ging die Sonne unter. Sie plumpste vor uns direkt ins Meer. In der Dämmerung zogen dann Flughunde in riesigen Schwärmen über uns zu ihren nächtlichen Futterplätzen. Dieses Schauspiel genossen wir fast jeden Abend.

Eines Tages fuhren wir mit einem Motor-Boot zum Markt, der ziemlich ungewöhnlich für uns Europäer war. Zum Schutz gegen die Sonne waren Stoff-Fetzen oder Papier als Dach gespannt. Auf der Erde lag die Ware, Trampelpfade führten hindurch. Wir guckten mit Stielaugen.

Am Straßen-Ende hatten Fischer ihre Tische aufgestellt. Darauf lagen auf zerkleinerten Eisblöcken riesige Baracudas und Thunfische, auf denen sich wegen der Hitze die Fliegen tummelten. Das Geschrei der Händler war ohrenbetäubend. Zwischen den kleinen Straßen und all den Leuten, die den Markt besuchten, fuhren auch noch Busse. Ich fand es zeitweilig lebensgefährlich. An den Bussen klammerten sich die Leute auch außen an den Türen fest.

Tuckernd ging es dann mit dem Boot zurück. Wir waren ganz schön durcheinander von dem Marktgeschrei und all den ungewohnten Eindrücken.

ein langes Holzboot der EinheimischenZwei Tage später fuhren wir mit einem der Boote zur Insel vor unserem Strand, auf der ein kleiner Buddha-Tempel stand, den wir uns gerne ansehen wollten. Die einheimischen Boote sahen sehr abenteuerlich aus. Sie waren sehr schmal und an einer Seite war auf zwei krummen Ästen ein Brett festgebunden. Ich raffte mein Tuch und kletterte rücklings auf das Brett. Mein Mann folgte etwas geschickter. Dann wurden wir von zwei Leuten zur Insel gepaddelt. Ich saß wie ein Huhn auf der Stange, ganz geheuer war mir nicht zumute.

Weißer Buddha-Tempel von Kataluwa mit kleinen Türmen und VerzierungenAn der Insel sprangen die beiden Schiffer flink ins flache Wasser und halfen mir von dem Brett herunter. Die Insel war hügelig, wir liefen einen schmalen Trampelpfad zum Buddha-Tempel. Im Busch ringsum huschten kleine Streifenhörnchen umher und schnatterten aus sicherer Höhe zu uns herab. Die Insel war dicht bewachsen und wir guckten ängstlich nach Schlangen und anderem Kriechzeug. Nach 40 Minuten hatten wir genug gesehen. Durch den wilden Baumwuchs war es nämlich besonders feucht-schwül, unser Schweiß floss in Strömen. Wir winkten wie Schiffbrüchige, und "unser" Boot setzte sich vom gegenüber liegenden Ufer in Bewegung, um uns abzuholen. Nach dem Bezahlen von ca. 3,50 DM wurden wir aufgefordert, später noch einmal mit dem Boot zu fahren. Ja, ja, später - vielleicht. Das war sowieso das Schlagwort am Strand. Denn die Strandverkäufer wollten ja fast ständig ihre Ware loswerden. Dann war "später - vielleicht" eine gute Ausrede.

Nach 2 Tagen Ausruhen und faul im Wasser liegen machten wir dann mit dem Motorboot eine Flussfahrt. Es ging 4 Stunden auf dem Bentota-Fluss ins Inland. Am Ufer lagen riesige Warane auf Müllhaufen. Vorbei ging es an Palmen und Mangroven, auf denen weiße Kuhreiher saßen. An manchen Bäumen hingen apfelgroße Früchte. Auf meine Frage an die Bootsführer: "Kann man die essen?", bekam ich zur Antwort: "Ja, aber nur einmal."

Wir kamen an eine Brücke, dort machten wir dann halt. Ein Boot mit unserem Koch war schon mit Proviant vorgefahren. Bei einer Gastfamilie machten wir dann Mittagspause. Es gab ein Plumpsklo und einen Ziehbrunnen. Unten im Brunnen schwamm ein dicker Fisch. Das hat auch einen Grund. Solange der Fisch dort unten schwimmt, ist das Wasser sauber. Wenn der Fisch verendet, muss das Wasser entfernt werden. Dann wird frisches Wasser nachgefüllt und ein neuer Fisch hineingesetzt. Das leuchtet ein.

Für uns wurde üppig der Tisch gedeckt. Reis, Bratkartoffeln, knusperige Hähnchen, Fisch, Salat, da fiel es mir nicht schwer, das Richtige auf den Teller zu tun.

Wir wollten aber noch mehr von der Insel sehen, darum fuhren wir mit einem bequemen Bus für 2 Tage ins Inland. Ziel war die alte Königsstadt Kandy. Dort wollten wir den Zahntempel besichtigen und abends eine Tanzveranstaltung besuchen.

Die Fahrt durch die Orte war wieder abenteuerlich. Wir sahen Kautschukbäume und konnten beobachten, wie der Kautschuk gewonnen wird. Es ging an Teefeldern und Ananasplantagen vorbei. Arbeitselefanten zogen ihre Lasten am Straßenrand an uns vorbei, das war nichts ungewöhnliches im täglichen Straßenverkehr.

In einem Kräutergarten deckten wir uns mit Sonnenbrandmitteln, Saft gegen Reizungen im Halsbereich und einem Pulver für weiße Zähne ein - selbstverständlich alles auf natürlicher Basis hergestellt. Doch zu Hause wurden wir aus den Beschreibungen nicht mehr schlau und alles wanderte später in den Müll.

Dann ging es zum Botanischen Garten - die Farbenpracht der Blumen war einmalig. Ein Ficus Benjamin-Baum war sage und schreibe 1900 m² groß. Die Äste mussten von unten gestützt werden, damit er nicht zusammen brach.

Im einem Gasthof im Hochland aßen wir zu Mittag. Von der Terrasse aus konnten wir auf einen Fluss blicken und schon wieder neue Eindrücke sammeln. Am Flussufer wurde Wäsche gewaschen, Wasserbüffel suhlten sich, ein Elefant lag gemütlich im Wasser auf der Seite und bespritzte sich ab und zu mit seinem Rüssel. Ein Mann schrubbte seine Büffel ab, einige Menschen badeten, wuschen sich die Haare. Dicht daneben lag ein riesiger Waran in der Mittagssonne. Dazu die wunderschöne Hügellandschaft, Palmen, Sonnenschein. Die Wäsche wurde inzwischen am Ufer auf Steinen zum Trocknen ausgebreitet.

Uns wurde die Zeit nicht lang beim Zuschauen, doch wir mussten weiter, und am Nachmittag waren wir dann endlich am Zielort Kandy angelangt. Unser Hotel entpuppte sich als alte Anlage aus der Kolonialzeit. Die alte Pracht war nur zu erahnen, denn bei dem feuchtwarmen Klima ist der Verfall vorprogrammiert.

Nach kurzer Pause war es Zeit für das weitere Programm. Es ging auf einen Hügel außerhalb der Stadt. Über dem Häusermeer thronte auf einem Berg ein riesiger weißer Buddha. Weiter ging es zum Zahntempel. Dieser Tempel ist sehr berühmt. Fromme Buddhisten pilgern hierher aus aller Welt. Vor Urzeiten hatte eine Prinzessin in ihrem Haar einen Zahn Buddhas nach Sri Lanka geschmuggelt. Dieser Zahn ist jetzt in einem Schrein verborgen, und wird nur einmal im Jahr geöffnet.

Bevor wir den Tempel betraten, musste mein Mann seine nackten Oberschenkel mit einem Tuch bedecken. Unsere Schuhe steckte ich in meine Tasche. Dann liefen wir einem "Führer" hinterher, der mit uns im Eiltempo durch den mit Touristen überfüllten Tempel jagte. Nach dieser strapaziösen, aber auch interessanten Besichtigung, ging es mit dem Bus zum Theater. Elefant mit Jungtier im PalmenhainHier saßen wir in der ersten Reihe. Vor uns wurden an der Wand noch links und rechts Stühle für buddhistische Mönche aufgestellt. Ein ganz alter Mönch verschlief die kommende Vorführung der Kandy-Dancer.

Zum Rhythmus von Trommeln sprangen und tanzten Tänzer und Tänzerinnen symbolisch hin und her. Es wurden Pantomimen und Jongleur-Darbietungen gezeigt. Zum Schluss wurde die Nationalhymne gesungen und alle wurden aufgefordert, aufzustehen. Nur die Mönche blieben sitzen, sie sind an weltlichen Befehlen nicht interessiert.

Dieser Abend war ein Erlebnis. Vor dem Haus sollten anschließend Feuerschlucker die Menge beglücken. Aber ein mächtiger Tropenregen machte diesem Vorhaben ein Ende. Es goss wie aus Kübeln und wir machten, dass wir wieder ins Hotel kamen.

Am nächsten Morgen besuchten wir eine Teefabrik. Im Garten der Teeanlage hockte ein junger Schlangenbeschwörer. Zwei Brillenschlangen schlängelten sich aus Körben, nach einem bisschen Getröte packte der Junge die Korbdeckel und scheuchte die Schlangen in den Korb zurück. Eine wollte entwischen, die packte er mit der Hand. Ich nehme an, der Giftzahn war entfernt worden und die Schlangen sowieso harmlos. Dann nahm der Junge aus einer Kiste eine Riesenboa, die hängte er mir um den Hals. Beim Abnehmen der Schlange flüsterte mir der Bengel ins Ohr, dass er dafür gerne 100 Rupien hätte. Wir gaben ihm 50. Danach war der Junge blitzschnell verschwunden, wahrscheinlich hatte er seinen Tagesverdienst nun schon in der Tasche.

Wir liefen nun in die Teefabrik, wo wir uns mit Tee eindecken wollten. Die Tee-Herstellung erfolgte nach mittelalterlichen Methoden. Es war ziemlich staubig und roch so gar nicht nach leckerem Tee. Wir liefen durch muffige Räume und guckten uns um. Im Verkaufsraum kaufte jeder von uns dann erlaubte und unerlaubte Mengen Tee, dann ging es weiter.

Ziel war jetzt das Elefantenwaisenhaus. Auch hier war ein schrecklicher Touristenrummel. Die Elefantenbabys waren festgebunden, denn es war Fütterzeit und die Touristen durften die Flaschen halten. In der Parkanlage liefen größere Elefantenherden mit Führern herum.

Elefant trägt mit seinem Rüssel einen MannAm nächsten Tag tummelten wir uns wieder am Strand. Mein Mann wollte endlich auf einem Elefanten reiten. Der Elefant nahm ihn erst mit dem Rüssel hoch, da hing Bernd nun zwischen Himmel und Erde. Nach diesem Nervenkitzel kletterte er auf den Elefantenrücken und saß nun oben auf dem Riesentier. Der Elefant stapfte ins Meer, nahm den Rüssel voll Wasser und spritzte ihn zu unserem Vergnügen von oben bis unten nass.

Nach 2 Tagen ging es dann Richtung Süden nach Galle. Dort hatten sich seinerzeit die Holländer und später Engländer angesiedelt. Wir besichtigten eine Festung mit Leuchtturm, und machten dann in einem kleinen Ort eine Fahrt mit einem Glasbodenschiff. Es gab nicht viele Fische zu sehen, doch das Riff lag in seiner Farbenpracht unter uns.

Anschließend fuhren wir zu einer Schildkrötenfarm. Diese Farm wird von Greenpeace unterstützt. Leute, die Schildkröten-Eier am Strand finden und hier abgeben, bekommen Finderlohn. Die Eier werden hier in Kästen im Sand vergraben und vor Räubern beschützt. Ausschlüpfende Schildkröten werden aufgepäppelt, bis sie groß genug sind, um freigelassen zu werden. Dieser Besuch war sehr interessant.

Wieder war ein schöner Ausflugstag vorbei und die Heimreise kam immer näher. Ich fühlte mich wunderbar, denn mit dem Essen hatte ich hier als Diabetiker keine Probleme gehabt.. Bei der Hitze konnte man ja nur leichte Kost zu sich nehmen. Und einseitig waren die angebotenen Speisen nun wirklich nicht. Fisch und andere Meeresfrüchte, Salate, Reis - so sollte man sich doch eigentlich immer ernähren. Und durch das tägliche Schwimmen war auch der Sport nicht zu kurz gekommen.

Am letzten Tag wurde nur noch gefaulenzt. Wir tummelten uns im Meer und bekamen erstaunlicherweise noch einen letzten Sonnenbrand auf der Nase. Dann hieß es Koffer packen, und die unzähligen Reiseandenken wie Buddhas, Masken, Marionetten, T-Shirts, Batik-Tücher und Kokosnussaffen zu verstauen.

Die Fahrt zum Flughafen war nicht mehr ganz so spannend. Den Linksverkehr kannten wir ja jetzt schon. An manchen Tempeln hüpften unsere Begleiter schnell aus dem Bus, um den Buddha im Tempel am Wegesrand zu bitten, uns auf unserer Fahrt zu beschützen. Diese Bitten waren zeitweilig auch notwendig. Denn, wer immer in Sri Lanka einen Führerschein hat, der fährt wie der Henker persönlich. Es geht mit 100 Sachen durch enge Ortschaften und oft millimeterscharf an Tanklastzügen vorbei. Nur Elefanten werden vorsichtig umfahren, denn diese haben Vorfahrt.

Der Rückflug war schrecklich. Wir saßen ziemlich eng. Die Taschen mussten wir zwischen den Knien balancieren, denn die Ablagen waren leider von allen anderen vollgestopft worden.

Aber dann hatte uns Berlin wieder und ein wunderschöner Urlaub war nur noch Erinnerung.

Texte und Fotos:
Karin Pospich, Berlin
E-Mail: Karin.Pospich@t-online.de

Artikel drucken

zurück zur Auswahl


 nach oben