Zur Navigation springenZum Inhalt springenZur Zweitnavigation springenZur Suche springen
Zweitnavigation
Gesundheitspolitik | Service | Termine | Kids | Presse Dritte | Literatur | Reise | Links | Selbstverpflichtung

Schriftfarbe ändern:
invertieren zurücksetzen

zurück zur Rubrik
Reise » Reiseerfahrungen »
Sie befinden sich in der Rubrik
China

Ni Hao China :
Reise nach Beijing – Xi’An – Luoyang – Shaolin – Hangzhou – Suzhou – Shanghai    
mit meinem stillem Begleiter, der Paradigm 712; 2 Wochen im Juli 2008

Endlich war es soweit und meine Chinareise konnte losgehen.

Shanghai

Shanghai, Blick auf Pudong

Vorangegangen waren Wochen der Vorbereitung. Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus und die üblichen Auffrischungen. Medikamente gegen Erkältungskrankheiten und Magen-Darm-Infekte wurden besorgt. Da es auch in ein malariagefährdetes Gebiet gehen sollte, wurde auch ein Malarone als Standbymedikament mitgenommen. Habe ich irgendetwas vergessen?
Ja klar. Mein gesamtes Pumpenzubehör musste schließlich auch mit und zwar in doppelter Menge. Neben Kathetern und Reservoiren wurden auch ein zweites Ersatzmessgerät und Pens mitgenommen, falls die Pumpe (Minimed Paradigm712) wider Erwarten ausfallen sollte. Das Insulin (Patronen und Fläschchen) kam in eine Frio-Tasche ins Handgepäck. Ebenso die Hälfte der Katheter/Reservoire und kleiner Desinfektionsflasche. Zusätzlich lag sowohl im Handgepäck als auch im Koffer eine ärztliche Bescheinigung. Nach diversen Recherchen im Internet habe ich dann doch bei Air China telefonisch angefragt, ob es Probleme geben würde, wenn ich nicht nur meinen „Tagesbedarf“ an Stech-/Spritzmaterial als Handgepäck in die Kabine nehme. Dies sei nicht der Fall, versicherte man mir, nehmen Sie ruhig Ihr gesamtes Material mit ins Handgepäck. Wir haben keine Probleme damit. Was allerdings der Sicherheitscheck am Flughafen entscheidet, könne sie nicht sagen.

Nach einer aufregenden Bahnfahrt (Zugausfall, Bahnsteigverlegungen) kam ich rechtzeitig am Flughafen an. Eingecheckt, und nachdem ich den letzten Schluck aus der großen Wasserflasche genommen habe, begab ich mich zur „Sicherheitsüberprüfung“.

Terrakottakrieger

„Terrakottakrieger in Xi’An“

Alles, bis auf Pumpe, Messgerät – hatte ich noch in der Hosentasche und dort total vergessen - in die Plastikwanne gelegt, durch die Schleuse gegangen und … nichts, absolut nichts passiert. Kein Piepen, kein „Bitte, dürfen wir mal in ihr Handgepäck schauen“, oder „bitte einmal zum abtasten“. War schon sehr erstaunt. Dass dies in Shanghai anders laufen würde, dazu später. Im Flugzeug habe ich das Basalratenprofil - ich hatte zuvor eine konstante, gleichbleibende Stunden-Menge eingestellt - gewechselt.
Nach ein paar Stunden Schlaf sind wir dann am neuen Terminal 3 in Beijing gelandet. Auch hier gab es keinerlei Probleme durch die Sicherheitschecks zu kommen.

Beijing empfing mich und die anderen der 6-köpfigen Reisegruppe mit strahlendblauem Himmel und heißen 35 Grad. Diese Hitze sollte uns die ganze Reise begleiten. Da hieß es, immer genug zu trinken! Mit dem Essen gab es keinerlei Probleme. Es war immer ausreichend und vielfältig, meist 8 – 10 verschiedene warme Gerichte pro Mahlzeit.
Das „BE-Schätzen“ gestaltete sich relativ einfach, da sämtliche Gerichte getrennt auf den Tisch kamen. Nur beim Frühstück war es schwieriger, da die Chinesen schon morgens leckere süße Teilchen essen.
Der Blutzucker machte im Großen und Ganzen keinerlei Probleme. Ich versuchte immer ein Level von 120-160 zu halten, da wir sämtliche Sehenswürdigkeiten „erlaufen“ haben.
Etwas Besonderes waren die Zugfahrten zwischen den Städten. Insbesondere die Nachtfahrten sind aufregend. Hier habe ich mir auch einen kleinen Erkältungsinfekt weggeholt, da die Klimaanlage die ganze Nacht durchgepustet hat, so dass ich neben dem Trainingsanzug auch noch zusätzlich Hose und Jacke neben einer zusätzlichen Decke um mich rumgewickelt habe. Leider hat es nicht wirklich was genutzt. Am nächsten Nachmittag merkte ich schon, dass etwas nicht mir stimmen könne, die BZ-Werte waren unnatürlich hoch. Im Hotel habe ich dann gemerkt, dass ich eine erhöhte Temperatur hatte. Zum Glück hatte ich fiebersenkende Tabletten dabei. Das Abendprogramm fiel für mich natürlich aus, ich wollte versuchen mich über Nacht auszukurieren. Es hat auch geklappt. Die BZ-Werte waren an diesem Tag noch etwas über Soll, aber sie normalisierten sich recht schnell wieder in den nächsten Tagen.

Himmelstempel

Himmelstempel

Wir haben viel gesehen und erlebt im China der Vergangenheit (Xi’An), der Gegenwart (Beijing) und der Zukunft (Shanghai). Beijing (gr. Mauer, Verbotene Stadt, Hutong-Viertel, Sommerpalast, Minggräber, Olympiagelände), Xi’An (Terrakotta-Armee, Altstadt), Luoyang (Longmengrotten), Shaolin-Kloster, Hangzhou (Westsee, Teeplantage), Wasserdorf Wuzhen, Suzhou (Gartenanlagen, Kaiserkanal) und Shanghai.
Überall sind wir hilfsbereiten und freundlichen Menschen begegnet. Auch von Seiten der „Amtspersonen“ wurden wir immer tadellos behandelt, obwohl die „Menge“ an Sicherheitskräften doch schon auffiel.

Nach unzähligen Sicherheitschecks an Bahnhöfen habe ich nicht mehr damit gerechnet, dass mir am Flughafen in Shanghai noch etwas passieren würde. Passiert ist auch nichts, nur dass ich komplett überprüft worden bin.
Messgerät rausholen und vorführen, Pumpe zeigen, der Hinweis „Insulin-pump“ stellte sie zufrieden. Merkwürdiger Weise wurde wieder nicht das Medical Attest verlangt.
Nach einem entspannten Flug zurück nach Frankfurt habe ich das Basalratenprofil wieder auf das Standardmäßige eingestellt. Abends in Frankfurt gelandet und am nächsten Tag gemütlich mit der Bahn nach Hause gefahren.

Große Mauer

„Große Mauer“

Insgesamt betrachtet hatte ich (fast) keinerlei Probleme mit meinen BZ-Werten bzw. mit der BE-Schätzung. Auch der Jetlag machte mir nichts aus.
Ich kann nur jedem raten, der die Möglichkeit hat, einmal dieses tolle Land China zu besuchen. Wir Diabetiker sollten durch sorgsame Planung/ Vorbereitung keine Probleme im Land der Mitte erwarten dürfen, eine gewisse Vorsicht und Skepsis bei den Speisen und strikte Hygiene vorausgesetzt.

Texte und Fotos:
Johannes Rehner
Email: johannesrehner@web.de

 

Artikel drucken

zurück zur Auswahl


 nach oben