Sitagliptin zusätzlich zu Insulin senkt den HbA1c-Wert weiter ab
Zugabe von Sitagliptin zu einer Insulintherapie führt zur zusätzlichen Senkung der Blutzuckerwerte - auch, wenn die Patienten bereits zusätzlich Metformin erhalten.
BERLIN (hbr). Das Ergebnis einer Untersuchung zur Kombination von Sitagliptin mit Insulin hat Professor Werner Kern vom Ulmer Endokrinologikum in Berlin vorgestellt.
An der Studie nahmen 641 erwachsene Patienten mit Typ-2-Diabetes teil. Sie waren im Mittel 57 bis 58 Jahre alt, mit einem Body Mass Index von 31 kg/m² adipös und seit durchschnittlich 12 bis 13 Jahren Diabetiker. Die Patienten wurden bereits mit Insulin behandelt; ein Teil bekam zusätzlich mindestens 1500 mg Metformin täglich. Die verwendeten Insuline waren Basal- oder Mischinsuline, prandiales Insulin wurde nicht eingesetzt. Trotz Insulintherapie betrug der HbA1c-Wert der Probanden jedoch 7,5 bis 11 Prozent. Der Nüchternblutzucker lag im Mittel über 175 mg/dl.
Während der Studie blieben die Insulindosierung und die Metformindosis unverändert. Zusätzlich erhielt jeweils die Hälfte der Patienten jeden Tag 100 mg Sitagliptin (Xelevia®) oder ein Placebo. Primärer Endpunkt war die Veränderung des HbA1c-Wertes.
Der Vergleich der Einstellungsqualität nach 24 Wochen zeigt, dass sich der HbA1c-Wert in der Placebogruppe kaum bewegt hatte (minus 0,03 Prozentpunkte). Im Gegensatz dazu sank er bei den Patienten, die zusätzlich Sitagliptin erhalten hatten, schon in den ersten sechs Wochen deutlich, wie Kern bei einer Veranstaltung von Berlin-Chemie berichtete. Am Ende der Studie belief sich die Verbesserung auf 0,6 Prozentpunkte und war im Vergleich zur Placebogruppe signifikant.
Damit war das Therapieziel bei diesen mit einem HbA1c von 8,6 Prozent anfangs schlecht eingestellten Patienten zwar noch nicht erreicht. Aber 0,6 Prozentpunkte sind klinisch relevant. Und bei Patienten mit Insulinbehandlung, bei denen eine Steigerung der Insulindosis eine weitere Gewichtszunahme erwarten lässt, kann ein Einsatz auch bei diesen Ausgangswerten lohnen, wie Kern berichtete. So bestätigte auch diese Untersuchung die Gewichtsneutralität von Sitagliptin.
Und in einer anderen Studie hatten 100 mg des Gliptins pro Tag bei einem Start-Wert ab zehn Prozent den HbA1c um zwei Prozentpunkte verringert. Insgesamt erreichten in der Verumgruppe mehr als doppelt so viele Patienten als in der Placebogruppe einen HbA1c-Zielwert unter sieben Prozent.
Quelle: Ärzte Zeitung






