"Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit."
Diese Worte sagte einst der dänische Philosoph Sören Aabye Kierkegaard (1813 – 1855). Auf den ersten Blick erscheint es uns oft so, als sei anderswo alles besser. Das ist auch eine Frage der Mentalität. In unserem Kulturkreis suchen wir immer gerne das Haar in der Suppe anstatt uns über das Positive rundherum zu freuen. Ganz klar: Wenn da ein Haar ist, dann gilt es, nach den Ursachen zu forschen und daraus zu lernen. Nordamerikaner schauen aus einem ganz anderen Blickwinkel in die Welt: Da ist alles erst einmal „great“. Mehr Realismus und genauer hinschauen täte uns allen gut.
Das gilt auch für die Diabetesversorgung. So sind wir im „Euro Consumer Diabetes Index 2008“ eigentlich nah an Großbritannien dran, wenn sich da nicht die Kluft bei den Behandlungserfolgen ergeben würde, die auch die auswertenden Experten überrascht. Wo liegen die Gründe, warum wir, obwohl laut Studie gut versorgt, dann doch nicht wirklich da ankommen, wo es sein soll. Warum schaffen es die Briten – an der fehlenden Schulung wird es wohl nicht liegen, obwohl dies ganz bestimmt Wasser auf den Mühlen des IQWiG sein dürfte. Weniger Schulung - das wäre für uns wieder ein klarer Rückschritt, jetzt, wo endlich durch die DMPs auch die meisten Typ-2-Diabetiker in den Genuss von Schulungen kommen!
HbA1c unter 7 und Vermeidung von Folgeerkrankungen sind unser aller Ziel. Warum schaffen wir es nicht? Stimmt etwas im Zusammenspiel Patient - professionelles Betreuungsteam nicht? Mangelt es irgendwo an Motivation? Schaffen wir es nicht, in Schulungen Gelerntes in der Praxis umzusetzen? Letztendlich kann es an vielen Stellen nicht funktionieren und wir wissen auch nicht, wie Patienten in Großbritannien betreut und begleitet werden, es sei denn, Sie, liebe Leser, klären uns auf, wenn Sie persönliche Erfahrungen haben.
Fest steht nur eins: Wir sind alle ein ganzes Stück weit unseres eigenen Glückes Schmied. Deshalb: Seien Sie für sich selbst aktiv, fordern Sie Hilfe ein, wo Sie sie brauchen, suchen Sie sich Gleichgesinnte zum gegenseitigen Austausch und helfen Sie anderen mit Ihren Erfahrungen – frei nach dem Motto „Jeder hilft Jedem“. Dann klappt es auch mit den „Outcomes“ für uns persönlich und für den nächsten europäischen Vergleich, ob mit oder ohne vereinte Diabetesorganisation.
Eine große Organisation für Deutschland kann ein Ziel sein, wenn alle den Stellenwert darin erhalten, den sie verdienen. Dabei dürfen wir aber Funktionierendes nicht zerschlagen. Mit einer Stimme sprechen wollen wir alle, wenn unsere Interessen auch angemessen vertreten werden. Solange dies nicht geklärt ist, sollten wir uns alleine durchschlagen oder mit Partnern zusammen tun, die zu uns stehen, in guten wie in schlechten Zeiten, und uns nicht fallen lassen, wenn Sanktionen drohen.
Vertrauen wir auf unseren Vorstand, der die Entwicklungen zu diabetesDE
schon von Beginn an verfolgt und kritisch die Stimme erhoben hat, als
das Boot zu kippen drohte. Er wird sich weiter für das Beste für
uns einsetzen.
Ihre Marion Köstlmeier





