Reimporteur senkt Insulinanaloga-Preise zur Behandlung von Diabetes Typ 2
(31.10.06) Als einen positiven Schritt begrüßt der AOK-Bundesverband,
dass der Arzneimittel-Reimporteur Eurim Pharm zum 1. November 2006 die
Preise für Insulinanaloga der Hersteller Lilly und Novo Nordisk senkt. "Versicherte
und ihre Ärzte haben Vorteile von der Preissenkung", erklärte
AOK-Vorstandsvorsitzender Dr. Hans Jürgen Ahrens. Patienten könnten
diese Medikamente, die in der Behandlung von Diabetes Typ 2 eingesetzt
werden, weiterhin von ihren Ärzten verordnet bekommen. "Ärzte
wissen genau, was ihr verordnetes Insulin kostet und dass sie es weiter
verordnen dürfen", so Ahrens.
Der Arzt muss künftig auf dem Kassenrezept nur vor dem Arzneimittel den
Lieferanten Eurim vermerken. Dann erübrigt sich eine Umstellung des Patienten
auf andere Insuline. Auch auf diese Arzneimittel wird eine gesetzliche Zuzahlung
in Höhe von zehn Prozent des Apothekenverkaufspreises erhoben. Dies sind
mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro. Für ein Insulin,
dessen Preis von 100 Euro auf 75 Euro abgesenkt wurde, spart der Patient damit
2,50 Euro an Zuzahlung.
Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte beschlossen, dass die so genannten kurzwirksamen
Insulinanaloga für die Behandlung von Diabetes Typ 2 nicht auf Kosten der
gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden können. Dies gilt, so lange
eine Verordnung mit Mehrkosten gegenüber dem entsprechenden Humaninsulin
verbunden ist. Studien des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit
im Gesundheitswesen (IQWiG) konnten keinen Zusatznutzen bestimmter Insuline gegenüber
dem gut erforschten und um ca. ein Drittel günstigeren Humaninsulin belegen.
Hintergrund: Günstige Reimporte
Reimporte sind Medikamente, die in Deutschland für den Auslandsmarkt hergestellt
wurden und die dort von den Herstellern oft deutlich preisgünstiger angeboten
werden als in Deutschland. So kostet beispielsweise ein Insulin des Herstellers
Lilly in Deutschland 47,58 Euro, in Frankreich dagegen nur 21,71 Euro. Selbst
unter Berücksichtigung der geringeren Mehrwertsteuer - in Frankreich beträgt
sie auf verordnungsfähige Arzneimittel nur 2,1 Prozent - ist der deutsche
Preis nahezu doppelt so hoch. Diesen Preisunterschied machen sich die Reimporteure
zunutze. Sie kaufen die Arzneimittel im Ausland ein, versehen diese mit deutschen
Beipackzetteln und bieten sie dann in Deutschland über die Apotheken preisgünstiger
an.
Quelle: AOK Bundesverband






