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Pressemeldung

Kann eine veränderte frühkindliche Ernährung Typ 1 Diabetes verhindern?
Gesucht: 40 Babys aus Familien mit Typ 1 Diabetes

Kinder mit einem an Typ 1 Diabetes erkrankten Verwandten haben ein
erhöhtes Risiko ebenfalls diese Form der Zuckerkrankheit zu bekommen.
Eine besondere Ernährung im ersten Lebensjahr kann bei gefährdeten
Kindern die Erkrankung aber möglicherweise verhindern. Dieses Ergebnis einer Langzeitstudie wird derzeit am Institut für Diabetesforschung in München im Rahmen der BABYDIÄT Studie überprüft. Etwa 40 Neu-
geborene aus Familien mit Typ 1 Diabetes können noch an der aktuellen Präventionsmaßnahme teilnehmen.

In Deutschland erkranken derzeit im Jahr etwa 2000 Kinder an einem insulinpflichtigen Typ 1 Diabetes mellitus. Mit jedem Jahr steigt diese Zahl an. Als Ursache der chronischen Krankheit gelten neben besonderen Vererbungsmerkmalen auch Umweltfaktoren, wie zum Beispiel die frühkindliche Ernährung. In der bundesweit durchgeführten BABYDIÄT Studie wird daher Kindern mit einem erhöhten Typ 1 Diabetes Risiko eine modifizierte Getreideernährung im ersten Lebensjahr angeboten, die die Erkrankung verhindern soll.

In vorangegangenen Studien hatte sich gezeigt, dass sich bei familiär vorbelasteten Kindern das Diabetesrisiko erhöhte, wenn sie besonders früh getreidehaltige Nahrungsmittel gefüttert bekamen. Bei Kindern mit zusätzlicher genetischer Belastung wurde der Risikoanstieg dabei besonders deutlich. „Alle damals untersuchten genetisch belasteten Kinder, die besonders frühzeitig Getreide gefüttert bekamen, sind bis heute an Typ 1 Diabetes erkrankt oder haben Antikörper entwickelt“, berichtet die Studienleiterin Prof. Anette-G. Ziegler. Die so genannten Inselautoantikörper, also Abwehrstoffe des Immunsystems gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse, zeigen an, dass sich ein Typ 1 Diabetes zu entwickeln beginnt.

An der aktuellen Ernährungsintervention der BABYDIÄT Studie nehmen schon über 100 Kinder teil. Um eine aussagefähige Teilnehmerzahl zu erreichen, werden noch etwa 40 Neugeborene gesucht, die jünger als drei Monate alt sein sollten. Neben der Bestimmung des individuellen Diabetes-Risikos ihres Kindes profitieren die teilnehmenden Eltern insbesondere von den regelmäßigen Antikörpertests, die zur Früherkennung – wie alle Untersuchungen kostenlos – bei den Studienkindern durchgeführt werden. „Durch ihre Teilnahme helfen Eltern mit, Kindern einen Typ 1 Diabetes und damit eine lebenslange Insulinbehandlung in Zukunft zu ersparen“, so Prof. Ziegler. „Wenn Sie ein bis zu drei Monate altes Baby haben und Sie, der andere Elternteil oder eines Ihrer Kinder an Typ 1 Diabetes leidet, können auch Sie mitmachen.“

Nähere Informationen gibt es beim Institut für Diabetesforschung,
Prof. Ziegler, Kölner Platz 1, 80804 München, Tel: 089 / 30 79 31 14,

E-Mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de.

 

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