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Stellungnahme

Stellungnahme des Deutschen Diabetiker Bundes (Bundesverband) zum Vorbericht „Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffe als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essentieller Hypertonie“

Sehr geehrter Herr Prof. Sawicki,

hiermit möchte ich im Namen des Deutschen Diabetiker Bundes unsere Stellungnahme zu Ihrem Vorbericht über die Behandlung der Hypertonie abgeben.

Wie bereits in unserem Beschwerdeschreiben vom 07.03.2007 vorgebracht, sehen wir es als fehlerhaft an, dass sowohl die Patientenvertretereinbindung, als auch die wissenschaftliche Berücksichtigung von Patienten-Compliance bei Ihrer Untersuchung zum o.g. Thema fehlt.

- Das gerade der Compliance der Patienten eine zentrale Bedeutung bei der Behandlung von Gesundheitsstörungen (wie der des Hypertonus...), die ohne spezielle Symptome für den Betroffenen einhergehen, zukommt, ist gewissermaßen „Usus“ in der Medizin. Nach unserer Auffassung ein unverzichtbarer und grundlegender medizinischer Aspekt, dessen Berücksichtigung wir in Ihrem Vorbericht als durchaus empfehlenswert erachten.

- Hinsichtlich der angewandten Auswahlkriterien sind uns folgende methodische Unstimmigkeiten aufgefallen:

a) Bei der Studie Levis et All New England, Journal of Medine 2001 3, 4, 5 851 – 860 wurde als Begründung für die entfallende Berücksichtigung angeführt, dass bei den Patienten angeblich keine dauerhafte erhöhten Blutdruckwerte beschrieben wurden.
Tatsächlich lagen aber bei den untersuchten Patienten, die in der Publikation mitgeteilten Blutdruckwerte alle im hypertonen Bereich.

b) Für eine wissenschaftlich aussagekräftige Vorgehensweise spricht, dass bei Patientengruppen das eine oder das andere Präparat verabreicht wird (im vorliegenden Fall ACE-Hemmer oder Diuretika) – bei der intensiv diskutierten ALLHAT-Studie gibt es aber Patientengruppen, die beide Präparate verabreicht bekommen hatten.

Wir verstehen daher nicht wieso bei dieser Studie nicht ebenso konsequent eine Aussonderung aus den zu berücksichtigenden wissenschaftlichen Unterlagen erfolgte und man sich im Gegenteil sogar im Ergebnis auch noch darauf beruft, dass es in Bezug auf die Folgeschäden in der o.g. Studie zu keinem Unterschied zwischen denen, die einen Diabetes bekommen und denen die keinen Diabetes bekommen, gekommen ist.

Es ist methodisch ebenso beachtenswert, dass die ALLHAT-Studie mit ihren Beobachtungen, die sich über einen Zeitraum von zwei Jahren erstrecken, für ausreichend befunden wird, um Studien, die einen wesentlich längeren Zeitraum umfassen (z.B.: Cho, e et all: J Am Coll Cardiol, 2002 40 (5) 954 – 960*) aus der Berücksichtigung des Vorberichtes zu verdrängen.

* Erstaunlicherweise verzeichnet diese unberücksichtigte Studie durchaus eine Zunahme von cardiovaskulären Ereignissen bei Patienten, die unter der Anwendung von Diuretika einen Diabetes entwickelten oder bei denen sich der Diabetes verschlechterte.

Angesichts der großen Bedeutung der Bluthochdruckbehandlung, gerade auch bei Menschen mit Diabetes, bitten wir daher die benannten Aspekte bei der nächsten Überarbeitung doch noch merklich einfließen zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Wölfert
Bundesvorsitzender
Deutscher Diabetiker Bund

 

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