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Pressemeldung

 

Bundesgesundheitsministerium stoppt Gemeinsamen Bundesausschuss.

Kosten und Nutzen von Analoginsulinen für Typ 2-Diabetiker erneut auf dem Prüfstand

KASSEL, 8. Juni 2010 – „Eine gute Entscheidung für die Diabetiker in Deutschland“ so kommentierte der Vorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB) Dieter Möhler die Intervention des Bundesgesundheitsministeriums gegenüber der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Verordnungsfähigkeit von lang wirkenden Insulinanaloga für Typ 2-Diabetiker. Im März 2010 hatte der G-BA beschlossen, lang wirkende Insulinanaloga aus der Kostenerstattungspflicht der Krankenkassen herauszunehmen. Betroffen waren die Insuline Glargin (Handelsname Lantus) und Detemir (Levemir). Diesen Beschluss hat das Bundesgesundheitsministerium jetzt beanstandet. Das Ministerium will eine erneute Bewertung der Wirtschaftlichkeit der lang wirkenden Insulinanaloga unter Einbeziehung der Gesamt-Therapiekosten.

DDB-Vorsitzender Rechtsanwalt Dieter Möhler, der themenbezogener, aber nicht abstimmungsberechtigter Vertreter im G-BA ist, hat in den Beratungen immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Kosten-/Nutzenbewertung nur unter Berücksichtigung der Kosten der Medikamente nicht ausreicht. Sein entsprechender Antrag in den Gremien des G-BA wurde bei der Beschlussfassung im März nicht berücksichtigt. Umso erfreuter zeigte sich Dieter Möhler, dass sich nun auch das Bundesgesundheitsministerium die Argumentation des DDB zu Eigen gemacht hat, auf die Gesamtkosten der Therapie abzustellen. Dieter Möhler: „Ein erster vernünftiger Schritt. G-BA und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) müssen begreifen, dass Kosten-/Nutzenbewertungen an der Gesamt-Therapie ausgerichtet sein müssen.“

Nach dem Beschluss des G-BA hätten Analoginsuline nur noch dann verordnet werden dürfen, wenn sie nicht teuerer als Humaninsulin sind. Die Firma „Sanofi Aventis“, Herstellerin des Analoginsulins Lantus, hatte sich geweigert seine Preise zu senken. Stattdessen schloss die Firma mit 88 Krankenkassen einen Mehrwertvertrag ab, in denen das Unternehmen zusicherte, dass die Gesamt-Therapiekosten mit Analoginsulin nicht höher seien als mit Humaninsulin.

 


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