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Pressemeldung

DDB im Gespräch mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt

Ministerin sichert auch nach Beschluss durch den G-BA die Versorgung mit Insulinanaloga zu

Kurz vor der Bundestagswahl trafen sich der DDB-Bundesvorsitzende Dieter Möhler mit seinem Stellvertreter Kai Woltering und Geschäftsführer Manfred Flore zu einem persönlichen Gespräch mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt in Berlin.

Kurz vor der Bundestagswahl wollten die DDB-Vertreter aus erster Hand hören, wie sich die Gesundheitsministerin die Versorgung chronisch kranker Menschen und hier insbesondere der Diabetiker in der Zukunft vorstellt. Ein weiterer Gesprächspunkt waren die aktuellen Berichte des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Ministerin Schmidt stellt unmissverständlich klar, dass es ihr darum gehe auch in Zukunft eine für jeden Bürger bezahlbare medizinische Versorgung sicher zu stellen. Für sie gehe es darum, auch in Zukunft eine solidarische Finanzierung der Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen sicher zu stellen. Ihr gehe es nicht darum, so Ulla Schmidt, für gesicherte Einnahmen der Pharmaindustrie zu sorgen, sondern um eine sachgerechte Versorgung der Kranken. Am Beispiel der Diskussion um die Insulinanaloga machte Ministerin Ulla Schmidt deutlich, dass es nicht darum gehe die Verordnung von Insulinanaloga zu verhindern. Im Gegenteil sieht sie nach den bereits vorliegenden Angeboten der Industrie zur Preisanpassung gute Chancen, durch vergleichbare Preise für Humaninsulin und Insulinanaloga, weiterhin jedem Diabetiker das für ihn richtige Insulin zur Verfügung stellen zu können. Ulla Schmidt sieht bei den in  Deutschland geltenden Zulassungsverfahren für Arzneimittel das Problem, dass eine Nutzenbewertung erst nach Markteinführung vorgenommen werden könne. Eine schnelle Markteinführung vor einer Nutzenbewertung sichere den Patienten einen schnellen Zugang zu neuen Medikamenten. Andererseits könne aber nicht jeder Preis von der Solidargemeinschaft der Versicherten getragen werden. Unabhängig von sozialem Status, Alter und Betroffenheit müsse eine an der Notwendigkeit orientierte  Versorgung auch in Zukunft möglich sein, so Ulla Schmidt.

Der Vorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes Dieter Möhler machte u. a. deutlich, dass es dem größten Patientenverband für Diabetiker in Deutschland um eine sachgerechte, an den therapeutischen Notwendigkeiten der Betroffenen orientierte, bezahlbare Versorgung gehe. Mit Blick auf die demografische Entwicklung müsse es auch Ziel einer verantwortungsvollen Gesundheitsversorgung sein, durch Prävention Krankheiten zu vermeiden oder die Folgen von Krankheiten zu mildern. Möhler machte aber auch deutlich, dass es einen steigenden Bedarf an Pflege für Diabetiker geben werde. Hier müssen auf den Diabetes orientierte Pflegeangebote entwickelt werden. Möhler versicherte, dass es auch Aufgabe einer Patientenorganisation sei, an der Erarbeitung dieser Angebote mitzuarbeiten und sich bei der Umsetzung einbinden zu lassen.

Dieter Möhler wies die Ministerin auf die Arbeit der Diabetes-Lotsen im DDB hin, die eine wichtige Funktion in der psychosozialen Betreuung von Betroffen, also nicht nur den Erkrankten sondern auch der Familienangehörigen, haben. Diese Angebote wolle der DDB ausbauen. Dazu bedürfe es aber entsprechender Mittel aus der Selbsthilfeförderung. Auf Dauer sei es wünschenswert, dass sich verstärkt auch die Kommunen im Rahmen ihrer Daseinsfürsorge der Kompetenzen der Diabetes-Lotsen bedienen würden. Die Stadt Erfurt, in der die Anbindung der Diabetes-Lotsen an die städtischen Beratungsangebote vorgesehen ist, sei hier ein gutes Beispiel.

Ministerin Ulla Schmidt und DDB-Vorsitzender Dieter Möhler waren sich einig, dass die Selbsthilfe in Zukunft eine stärkere Rolle spielen muss. Dieter Möhler ergänzte: „Selbsthilfe schützt vor Bevormundung und entlastet das Gesundheitssystem“.

Zum einem konstruktiven Gespräch trafen in Berlin die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (2. V. li.) mit dem Vorsitzenden des Deutschen Diabetiker Bundes Dieter Möhler (2. V. re.), seinem Stellvertreter Kai Woltering (re) und dem Bundesgeschäftsführer Manfred Flore (li) zusammen.

 

Kassel, 10.09.2009

Deutscher Diabetiker Bund e. V.
Goethestr. 27
34119 Kassel

 


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