Mit Selbstvertrauen "nach draußen" wirken…
Ein selbstbewusster DDB Bundesvorsitzender stellte sich am Vorabend der Landesdelegiertenversammlung in Niedersachsen den Teilnehmern zwischen Cuxhaven und Schaumburg vor: „Der DDB ist seit 1951 die Interessenvertretung aller Menschen mit Diabetes“ stellte Dieter Möhler klar. Damit hat der Deutsche Diabetiker Bund ein Anrecht, in der Gesundheitspolitik gehört zu werden und in Gremien wie den Organen der Krankenkassen vertreten zu sein.
Wir müssen gemeinsam die Abkehr von der abstrakten Betrachtung des Patienten fordern. Wir müssen klarstellen, dass die individuelle Situation des Erkrankten wichtig ist. Aber (Zitat): „Erklären Sie mal einem Herrn Sawicki vom IQWiG, dass ich ohne mein Insulin-Analoga schon 100 Hypos gehabt hätte“. Etwas nicht zu verordnen, weil wissenschaftlich angeblich kein Nutzen nachgewiesen wurde, ist kurzsichtig.
Wir müssen uns auch wehren gegen die Meinung, dass wir nicht in der Lage sind, die Grenze zwischen Information (im Sinne von Aufklärung) und Werbung (als Selbsthilfeorganisation von der Pharmaindustrie benutzt zu werden) zu erkennen. Wir müssen weiter darauf achten, das durch fehlende Informationen über Verordnungsfähigkeit gestörte Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wieder einzufordern.
In einer Zeit, wo scheinbar nur Kostengesichtspunkte gelten, muss deutlich
gemacht werden, dass es um das Wohl des Patienten geht! Im Super- Wahljahr
fordern wir klare Aussagen zur Behandlungsfähigkeit bzw. zu Standards. Das geplante
Patienten- Rechtegesetz orientiert sich jedenfalls bisher nicht am Wohl des Patienten,
meint Dieter Möhler.
Klare Sätze zur Position des DDB! Aber auch ein Blick in die Zukunft hatte
Dieter Möhler im Gepäck: Seit Mitte vergangenen Jahres ist eine soziale
und rechtliche Beratung durch den Verband möglich. Möhler, von Beruf
Anwalt, nannte ein Beispiel: Hilfe beim Ausfüllen eines Antrages zur Schwerbehinderung.
Beschreibung der Alltags- Belastung und des Einzel- Erlebens anstelle (oder als
Ergänzung) eines ärztlichen Attestes. Dazu müssen ehrenamtliche
Mitarbeiter auf diesem Gebiet ausgebildet werden. Die Deutsche Diabetiker Akademie
(eine Einrichtung des DDB) hat bereits einige „Diabetes- Lotsen“ geschult,
darunter aus Niedersachsen den Bezirksvorsitzenden aus Gifhorn, Michael Schrader
und den Selbsthilfe- Gruppenleiter aus Nienburg, Reimar Habener.
Arbeitsmappe für Bezirksverbände
Im Anschluss stellte die 1. Landesvorsitzende, Almut Suchowerskyj, die neue Arbeitsmappe des Landesverbandes Niedersachsen vor. Die Inhalte waren im vergangenen Jahr mit Bezirksvorsitzenden diskutiert und schließlich vom Landesvorstand zusammengestellt. Arbeitsunterlagen wie Satzung, Geschäftsordnung sowie diverse Check- Listen und Flyer, z.B. auch zum Thema „Soziale Fragen“ und Muster von Publikationen, Arbeitsabläufe für die Bezirksarbeit und Kommunikation sowie Öffentlichkeitsarbeit sind in diesem Ordner enthalten, aber auch interne Infos, also zur Verbandsarbeit und Mitgliederverwaltung.
Zielvorstellungen des Landesvorstandes finden breite Zustimmung der Landesdelegiertenversammlung
Nach dem Tätigkeitsbericht des Landesvorstandes (DJ- Leser konnten sich monatlich über die Aktivitäten informieren), dem Bericht über aktuelle Entwicklungen im Bundesverband und den üblichen Regularien eines Verbandes wie Kassenbericht und Haushaltsplan blieb der Ausblick: Unter anderem wird es 2009 eine neue PR- Broschüre des Landesverbandes geben und es ist eine Beteiligung an der Veranstaltung „Diabetestour 09“ des Kirchheim- Verlages im November geplant. Ausserdem ist mindestens eine Fortbildung für ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen mit sozialen und rechtlichen Inhalten geplant. Mehrere Bezirksverbände werden Diabetikertage veranstalten bzw. sich daran mit Infoständen beteiligen, u.a. in Diepholz und Soltau. In einigen Bezirksverbänden werden Diabetes- Risikotests unter dem Motto „Früh erkannt- Gefahr gebannt“ in Einkaufszentren durchgeführt, als Folgeaktion der Veranstaltungen rund um den Weltdiabetestag 2008.
Gelobt wurde die bisherige Arbeit des Ansprechpartners für blinde und sehbehinderte Menschen mit Diabetes im Landesverband, Frank Gutzeit (Kontakt siehe Internet: www.diabetikerbund-niedersachsen.de). Es wurde einstimmig von den Landesdelegierten beschlossen, diese Arbeit noch mehr zu fördern.





