"Diabetes-Lotse - DDB (DL)"
Eine neue Form der ehrenamtlichen sozialen Arbeit
Einleitung:
Diabetes Typ-2 breitet sich in Deutschland epidmieartig aus
Der Typ-2-Diabetes mellitus zählt heute zu den häufigsten und teuersten
chronischen Erkrankungen. In Deutschland leben derzeit ca. 8 Millionen Menschen
mit bekanntem Typ-2-Diabetes, die Dunkelziffer dürfte sich auf weitere 2-3
Millionen Personen belaufen. Die Zahl der Menschen mit Diabetes steigt jährlich
um 5 %. Der Typ-2-Diabetes beginnt immer früher, so sind auch immer öfter
Kinder und Jugendliche betroffen. Derzeit werden 25 Milliarden Euro pro Jahr
für die Behandlung der Krankheit und ihrer Komplikationen einschließlich
der indirekten Kosten ausgegeben.
Schwerwiegende Krankheiten in Folge des Diabetes
Die Erkrankung ist mit einem deutlich erhöhten Risiko z. B. für Amputationen,
Erblindungen und terminaler Niereninsuffizienz belastet. Verbunden mit dem
metabolischen Syndrom (insbesondere Adipositas, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen)
kommt es auch zu einem dramatischen Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Damit geht nicht nur ein Verlust an Lebensqualität, sondern auch eine
Verkürzung der Lebenserwartung einher.
Massive Reduzierung des Diabetes-Risikos durch gesunden Lebensstil
Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen in Folge
von falscher Ernährung und Bewegungsmangel gelten neben der genetischen
Veranlagung und dem Alter als wichtigste Risikofaktoren für die Entwicklung
des Typ-2-Diabetes. Je ausgeprägter das Übergewicht ist und je länger
es besteht, desto höher ist das Diabetes-Risiko einzuschätzen. Bei
gesunder Lebensweise liegt das Diabetes-Risiko um 80 bis 90 % niedriger als
im Bevölkerungsdurchschnitt.
Ziel des Projektes „Diabetes-Lotse DDB“:
Befähigung motivierter und geeigneter Patientenvertreter zu kompetenten
Beratern von Diabetikern im Alltag.
Schaffung von Transparenz und Übersichtlichkeit der spezialisierten medizinischen
und sozialen Einrichtungen in der Region.
Vermittlung von Risikopersonen zu den entsprechenden Interventionseinrichtungen.
Durch die Eigenerfahrung sind Betroffene besonders geeignet, Wissen weiterzugeben
und andere Erkrankte zu einer Lebensstiländerung zu befähigen.
Die Diabetes-Lotsen wirken gleichzeitig als Berater bei sozialmedizinischen und
psychosozialen Alltagsproblemen.
Die Bereitschaft der Krankheitsakzeptanz und die Herausbildung der Eigenmotivation
zur Beherrschung des Diabetesalltags sollen von den Diabetes-Lotsen gefördert
werden.
Damit werden diabetesbedingte, kostenintensive Folgeerkrankungen verhindert
und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert.
Die Ausbildung erfolgt an drei Wochenenden und wird belegt mit einem Zertifikat.
Mitgliedschaft im Deutschen Diabetiker Bund ist Voraussetzung.
Die Anmeldung erfolgt über den jeweiligen Landesverband, dieser trägt
die Reisekosten.
Ausbildungsinhalte:
- Themenblock 1
- Vorstellung Konzept „Diabetes-Lotse DDB“
- Medizinische Behandlungseinrichtungen im stationären Bereich
- Rhetorik - Kommunikation
- Zeitmanagement
- Themenblock 2
- Ambulante medizinische Behandlungs- und Schulungseinrichtungen
- Fachgebiete der diabetologischen Betreuung
- Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung
- Rolle der Krankenkassen bei der strukturierten Versorgung der Diabetiker
- Integrative Betreuung der Diabetiker aus Sicht des Podologen
- Hyperbare Sauerstofftherapie zur Prävention diabetesbedingter Fußamputationen
- Diabetes – Krankheitsbewältigung – Motivation zur Übernahme ehrenamtlicher Arbeit
- Themenblock 3
- Grundlagen der Selbstkontrolle
- Förderung der Eigeninitiative zur Selbststeuerung des Diabetes mellitus
- Rechtliche Aspekte in der ehrenamtlichen Tätigkeit des „Diabetes-Lotsen DDB“
- Netzwerkarbeit
- Diabetes und Soziales
- Schriftliche und mündliche Evaluation
Nähere Informationen erhalten Sie über die Bundesgeschäftsstelle:
Deutscher Diabetiker Bund
Goethestraße 27
34119 Kassel
Tel.: 0561-7034770
Fax: 0561-7034771
E-Mail: info@diabetikerbund.de
www.diabetikerbund.de






